Gebrauchte Gastrogeräte kaufen: Die große Checkliste
Nie wieder Fehlkauf: Was Sie vor dem Kauf gebrauchter Gastrotechnik prüfen müssen – von Anschluss und Probelauf über Rechtliches und Sicherheitspflichten bis zur richtigen Verhandlungsstrategie.
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Was sollte ich vor dem ersten Klick klären?
- Anschluss: 400-V-Starkstrom, Erdgas oder Flüssiggas? Gasgeräte brauchen die passenden Düsen – Umrüstung ist möglich, aber Fachbetriebssache.
- Maße: Passt das Gerät durch Türen, Flure, ums Treppenhaus? Türbreite messen, bevor Sie zusagen – nicht danach.
- Kapazität: Ein überdimensioniertes Gerät frisst Strom, ein unterdimensioniertes frisst Nerven im Service.
- Betriebskosten: Ein zehn Jahre alter Kühlschrank kann über Strom mehr kosten, als er beim Kauf gespart hat.
Wie prüfe ich das Gerät bei Besichtigung und Probelauf?
Kaufen Sie kein Gerät ab tausend Euro unbesehen. Ein Verkäufer, der den Probelauf verweigert, hat einen Grund.
Was sollte ich beim Probelauf testen?
- Kombidämpfer: vollständig aufheizen lassen, alle Betriebsmodi testen
- Kühlgerät: Temperatur muss stabil die gewünschte Kühltemperatur halten
- Spülmaschine: komplettes Programm durchlaufen lassen, Temperaturen prüfen
Worauf sollte ich bei der Besichtigung achten?
- Typenschild lesen: Baujahr und Modell abgleichen – „drei Jahre alt" laut Anzeige und 2015 laut Typenschild vertragen sich nicht
- Türdichtungen, Scharniere, Kalkablagerungen, Rost an Kanten und Schweißnähten
- Zustand der Bedienelemente, Geruch im Innenraum
- Servicehistorie und Betriebsstunden erfragen
Wie prüfe ich die Ersatzteilverfügbarkeit?
Bei auslaufenden Modellreihen wird der kleinste Defekt zum Totalschaden – das betrifft besonders elektronisch gesteuerte Geräte. Fünf Minuten Recherche beim Hersteller können teuren Ärger ersparen.
Wer verkauft mir das Gerät und was bedeutet das rechtlich?
Gewerblicher Händler → Verbraucher: Mindestens 12 Monate Gewährleistung auch bei Gebrauchtware. Geprüfte Geräte mit Gewährleistung kosten mehr – dieser Aufpreis ist in Wahrheit eine Versicherung.
B2B: Gewährleistung kann vollständig ausgeschlossen sein – Vertrag genau lesen.
Privatverkauf: Fast immer „gekauft wie gesehen". Nur bei arglistig verschwiegenen Mängeln haftet auch der Privatverkäufer – umso wichtiger sind Probelauf und schriftlicher Kaufvertrag.
MwSt.-Rechnung: Für Unternehmer bedeutet das Vorsteuerabzug. Ein Angebot „inkl. ausweisbarer MwSt." kann netto günstiger sein als ein nominal billigeres Privatangebot – beim Preisvergleich mitrechnen.
Worauf muss ich bei der Sicherheit achten?
- Gasgeräte gehören ausnahmslos vom Fachbetrieb angeschlossen und geprüft – das ist Ihre Betreiberpflicht und im Schadensfall eine Versicherungsfrage.
- 400-V-Geräte schließt der Elektriker an; die regelmäßige Prüfpflicht elektrischer Betriebsmittel (DGUV Vorschrift 3) gilt ohnehin.
- Eigenreparaturen beenden nicht nur jede Gewährleistung, sondern gefährden den Versicherungsschutz, wenn Gästen oder Mitarbeitern etwas passiert.
- Hygiene bei Spültechnik: Die Maschine muss die vorgeschriebenen Spül- und Nachspültemperaturen sicher erreichen – optisch sauberes Geschirr genügt bei der Lebensmittelkontrolle nicht.
Was muss ich bei der Logistik vor dem Kauf klären?
Gastrogeräte sind schwer – ein Kombidämpfer wiegt schnell 100–150 kg, eine Kühlzelle mehr. Klären Sie vor dem Kauf:
- Wer verlädt? Gibt es eine Hebebühne beim Verkäufer und bei Ihnen?
- Speditionskosten: realistisch 100–400 € innerdeutsch je nach Gewicht und Entfernung
- Passt das Gerät durch alle Türen und Durchgänge?
Bei Speditionsversand: Gerät bei Annahme vor der Unterschrift auf Transportschäden prüfen und Schäden auf dem Lieferschein vermerken – danach wird es zäh.
Wie verhandle ich mit Substanz?
Verhandeln Sie nicht mit „Was ist letzter Preis?", sondern mit Fakten:
- Alter und realistischer Zeitwert (Zeitwert-Tabelle im Verkäufer-Ratgeber)
- Fehlende Wartungsnachweise
- Anstehende Verschleißteile (Dichtungen, Filter, Entkalkung)
- Eigene Abholung ohne Aufwand für den Verkäufer
Wer sachlich verhandelt, bekommt fast immer etwas – wer pauschal drückt, bekommt fast immer eine Absage.
Was gehört auf meine Käufer-Checkliste?
- ✅ Anschluss (Strom, Gas) und Maße im eigenen Betrieb geprüft
- ✅ Besichtigung mit vollständigem Probelauf durchgeführt
- ✅ Typenschild und Baujahr vor Ort abgeglichen
- ✅ Ersatzteilverfügbarkeit recherchiert
- ✅ Verkäufertyp und Gewährleistungsumfang geklärt
- ✅ Schriftlicher Kaufvertrag mit Seriennummer und Zustandsbeschreibung
- ✅ Transport organisiert, Zugangsmöglichkeit geklärt
- ✅ Fachbetrieb für Anschluss eingeplant
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Autor: Hogamarkt